Münchener Post - Papst Leo XIV. ermahnt Europäer zu neuen Friedensanstrengungen

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Papst Leo XIV. ermahnt Europäer zu neuen Friedensanstrengungen
Papst Leo XIV. ermahnt Europäer zu neuen Friedensanstrengungen / Foto: Benoit Tessier - POOL/AFP

Papst Leo XIV. ermahnt Europäer zu neuen Friedensanstrengungen

Zum Abschluss seines Frankreichbesuchs hat Papst Leo XIV. die Europäer eindringlich zu neuen Friedensanstrengungen aufgerufen. Es sei notwendig, "Mut bei den Verhandlungen zu zeigen und bereit zu sein, bestimmte Positionen für das übergeordnete Wohl des Friedens aufzugeben", sagte der Papst am Montag in Metz im Beisein von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Ohne den Ukraine-Krieg ausdrücklich zu nennen, beklagte er ein "sinnloses Gemetzel, das jeden Tag unzählige zivile Opfer fordert".

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Das Streben nach Frieden in Europa und weltweit sei nicht naiv, sondern bedürfe "kreativer Anstrengungen", sagte der Papst unter Rückgriff auf den EU-Gründervater Robert Schuman. Dabei müssten sich die Staaten "vor der Illusion der Wiederaufrüstung hüten", betonte er.

"Heute müssen wir uns fragen, ob wir tatsächlich kreative Anstrengungen unternehmen, um den Weltfrieden zu fördern, oder ob wir lediglich versuchen, das Blutvergießen des Krieges einzudämmen, um uns besser auf jene Kriege vorzubereiten, von denen wir annehmen, dass sie noch kommen werden", sagte der Papst.

Leo XIV. warnte zudem vor Unaufrichtigkeit in internationalen Beziehungen. "Heutzutage werden die zwischenmenschlichen Beziehungen und die Beziehungen zwischen den Staaten immer barbarischer", sagte er. "Das gegebene Wort wird missachtet, stattdessen rühmt man sich der Lüge und der Täuschung", sagte der aus den USA stammende Papst.

Europa könne "dieser Abwärtsspirale ein Ende setzen", da es die Achtung vor dem anderen bewahrt habe. Es habe in den letzten achtzig Jahren bewiesen, dass es möglich sei, unterschiedliche Interessen geltend zu machen, "indem man sich begegnet, anstatt sich zu bekämpfen", fügte er hinzu.

Leo XIV. ging erneut auf die Situation der Migranten in Europa ein, "die vor Kriegsschauplätzen und Verfolgung fliehen oder auf der Suche nach einem besseren Leben fernab von Armut und Elend sind". Er rief dazu auf, "die historische Tragweite dessen zu begreifen, was gerade geschieht, nämlich eine beispiellose Begegnung zwischen Völkern und Kulturen". Diese ermögliche eine "kreative Wiederentdeckung unserer Wurzeln" und rufe zum Hören auf den Anderen auf.

Macron rief seinerseits dazu auf, in Europa zum "Mut der Gründerväter" zurückzukehren. Eine "Rückkehr zu den Nationalismen" müsse vermieden werden, betonte er.

Der französische Präsident hatte ursprünglich sämtliche EU-Staats- und Regierungschefs nach Metz eingeladen. Letztlich waren nur Monaco und Luxemburg durch ihre Staatschefs vertreten. Aus Deutschland nahm die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD) teil.

Am Morgen hatte der Papst bei einem Treffen mit Vertretern anderer Religionsgemeinschaften vor einer Instrumentalisierung der Religion gewarnt. "Sich auf den Namen Gottes zu berufen, um Gewalt und Unterdrückung zu legitimieren, stellt in der Tat eine Entweihung dieses Namens dar", sagte er. Nichts, was die Menschenwürde entstelle, könne sich auf göttliche Eingebung berufen. Der religiöse Diskurs müsse dazu aufrufen, "die Herzen und die Worte zu entwaffnen".

Papst Leo XIV. appellierte an die anderen Religionsgemeinschaften, dem Leben zu dienen, "es mit Fürsorge und Zärtlichkeit zu umgeben, vor allem in schwierigen Zeiten, bis zum Ende" - eine erneute Anspielung auf die in Frankreich vor kurzem legalisierte Sterbehilfe, die der Papst scharf kritisiert hatte.

Am Nachmittag will der Papst in der Kathedrale von Metz eine Messe feiern, an der auch Macron teilnehmen will. Der Präsident habe dafür sein Programm umgestellt, teilte der Elysée mit.

A.Weber--MP