Raffineriemargen von Shell erreichen Rekordhoch
Der britische Energieriese Shell profitiert derzeit von deutlich höheren Raffineriemargen. Im dritten Quartal wuchs die Spanne um 75 Prozent zum Vorquartal, wie Shell am Mittwoch mitteilte. Die Differenz zwischen dem Rohölpreis und den daraus in den Raffinerien gewonnenen Kraftstoffen stieg demnach auf 42 Dollar je Barrel (159 Liter); im zweiten Quartal hatte die Marge noch 24 Dollar betragen.
Der Finanznachrichtenagentur Bloomberg zufolge übertrifft die aktuelle Marge Shells bisherigen Rekord, der im Jahr 2022 nach dem russischen Angriff auf die Ukraine verzeichnet worden war. Getrieben wird der derzeitige Anstieg dabei von den weltweiten Verwerfungen infolge des Iran-Krieges. Zwar stiegen die Rohölmengen aus dem Nahen Osten zuletzt an, doch die Herstellung von Raffinerieprodukten in der Region und der Export sind weiterhin deutlich erschwert.
Dies vergrößert bei gleichzeitig hoher weltweiter Nachfrage nach Raffinerieerzeugnissen wie Benzin und Diesel die Kluft zwischen den Rohölpreisen und den fertigen Produkten. Außerdem wirken sich auch ukrainische Drohnenangriffe auf Russlands Energieinfrastruktur auf das verfügbare Angebot aus. Raffinerien, die von den Konflikten nicht direkt betroffen sind, profitieren somit von der weltweit knapper werdenden Versorgung.
Shell und andere große Ölkonzerne verzeichneten derzeit eine "beispiellose Ausweitung" der Spanne zwischen Rohölpreis und Raffinerieprodukten, erklärte die Forschungsdirektorin bei der Handelsgruppe XTB, Kathleen Brooks. "Sollten die Öllieferungen aus dem Nahen Osten erneut gestört werden oder sollte es zu weiteren Angriffen auf Raffinerien oder zu weiteren Raffinerieschließungen kommen, könnten die Raffineriemargen noch weiter steigen“, fügte sie hinzu.
H.Klein--MP