Münchener Post - Nach Ende der Friedenspflicht: IG Metall beginnt mit Warnstreiks

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Nach Ende der Friedenspflicht: IG Metall beginnt mit Warnstreiks
Nach Ende der Friedenspflicht: IG Metall beginnt mit Warnstreiks / Foto: Lisi Niesner - POOL/AFP/Archiv

Nach Ende der Friedenspflicht: IG Metall beginnt mit Warnstreiks

Nach dem Auslaufen der Friedenspflicht haben erste Warnstreiks im Tarifkonflikt in der Metall- und Elektroindustrie begonnen. Um Mitternacht in der Nacht auf Sonntag legten nach Angaben der IG Metall etwa bereits Beschäftigte eines Unternehmens in Bayern die Arbeit nieder, weitere Betriebe unter anderem in Nordrhein-Westfalen sollen am Abend folgen. Eine größere Welle von Warnstreiks dürfte es ab morgen geben. Die Tarifrunde betrifft bundesweit rund 3,7 Millionen Beschäftigte.

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Im niedersächsischen Hildesheim läuteten rund 300 Beschäftigte in der Nacht mit einer Kundgebung vor dem Werk des Automobilzulieferers KSM Castings die Warnstreikphase ein, wie der Gewerkschaftsbezirk Niedersachsen und Sachsen-Anhalt mitteilte. "Die Arbeitgeber haben am Verhandlungstisch versucht, die Beschäftigten mit Mini-Prozenten abzuspeisen", erklärte IG-Metall-Bezirksleiter Thorsten Gröger. "Ab heute ergreifen die Belegschaften das Wort, und sie werden es so deutlich tun, dass es auch in den Chefetagen nicht zu überhören ist."

Die IG Metall hatte für die kommende Woche massive Warnstreiks angekündigt. Dies sei die Reaktion auf das Angebot der Arbeitgeber, erklärte IG-Metall-Chefin Christiane Benner am Freitag.

Die IG Metall fordert fünf Prozent mehr Geld für Beschäftigte und Auszubildende bei einer Laufzeit von zwölf Monaten, eine soziale Komponente für niedrigere Entgeltgruppen sowie eine Gewinnbeteiligung in wirtschaftlich erfolgreichen Unternehmen. Zudem will die Gewerkschaft über die Sicherung von Arbeitsplätzen sprechen.

Die Arbeitgeber bieten dagegen eine Einmalzahlung von einem Prozent des durchschnittlichen tariflichen Jahresbruttoeinkommens im Juli 2027 sowie eine dauerhafte Lohnerhöhung um 1,3 Prozent ab Juli 2028 an. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrags soll bis Ende 2028 reichen.

Die Arbeitgeber "wollen den Menschen im Ergebnis Geld wegnehmen", kritisierte Benner. Das sogenannte Angebot der Arbeitgeber provoziere in den Betrieben nur Unverständnis und Wut. "Deswegen werden die Beschäftigten mit starken Warnstreiks darauf reagieren."

Für Montag ist eine größere Streikwelle zu erwarten. Der IG-Metall-Tarifbezirk in Bayern etwa stellte einen größeren Warnstreik-Tag "mit Arbeitsniederlegungen in 34 Betrieben überall in Bayern" in Aussicht. "Am Montagabend steht dann der erste Warnstreik bei einem bayerischen Autohersteller an."

G.Loibl--MP