Münchener Post - Venedig als größte motorisierungsarme Stadt Italiens

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Venedig als größte motorisierungsarme Stadt Italiens
Venedig als größte motorisierungsarme Stadt Italiens

Venedig als größte motorisierungsarme Stadt Italiens

Während die meisten italienischen Metropolen hohe Fahrzeugzahlen aufweisen, sticht Venedig als größte Stadt mit der geringsten Motorisierung hervor. Eine neue Studie des Umweltverbands Legambiente verdeutlicht den extremen Kontrast zwischen der Lagunenstadt und anderen Ballungszentren Italiens.

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Venedig weist unter den großen italienischen Städten die niedrigste Motorisierungsrate auf. Laut dem Bericht „Ecosistema Urbano 2025“ liegt die Fahrzeugdichte in der Lagunenstadt bei lediglich 44,38 Autos pro 100 Einwohner. Damit führt Venedig eine Rangliste an, die einen deutlichen Kontrast zum nationalen Durchschnitt von 68,04 Fahrzeugen pro 100 Bewohner darstellt.

Die Analyse wurde vom Umweltverband Legambiente in Zusammenarbeit mit Ambiente Italia und der Zeitung Il Sole 24 Ore erstellt. Als Grundlage dienten Daten des Automobilclubs von Italien (Automobile Club d'Italia) zur Fahrzeugflotte. Der Bericht konzentriert sich auf die Motorisierung in den größeren urbanen Zentren des Landes.

Während Venedig an der Spitze der Liste steht, folgen Genua mit 47,16 und Mailand mit 50,97 Fahrzeugen pro 100 Einwohner. Alle drei Städte liegen deutlich unter der landesweiten Marke von 60 Fahrzeugen pro 100 Einwohnern. In anderen Regionen Italiens ist die Abhängigkeit vom Auto jedoch weitaus ausgeprägter. Reggio Emilia verzeichnet mit 88,00 Fahrzeugen pro 100 Einwohner den höchsten Wert, gefolgt von Frosinone mit 83,08 und L'Aquila mit 80,57.

Die Autoren des Berichts führen die niedrigen Zahlen in Venedig auf die einzigartige geografische Konfiguration der Stadt zurück. Das historische Zentrum ist für motorisierten Individualverkehr gesperrt; Fortbewegung erfolgt ausschließlich zu Fuß oder per Boot. Diese strukturellen Gegebenheiten begrenzen mechanisch die Anzahl der zugelassenen Fahrzeuge pro Kopf.

In Genua und Mailand tragen zwar auch geografische Einschränkungen und öffentliche Verkehrsnetze zur Reduzierung des Autoanteils bei, doch bleiben diese Städte klassische Straßenstädte. Im Gegensatz dazu ist das tägliche Leben in Venedig fast vollständig ohne Auto organisiert. Für Bewohner bleibt ein Fahrzeug lediglich für die Anreise vom Festland relevant.

Die Daten verdeutlichen, wie unterschiedlich sich das Verhältnis zur Automobilkultur in Italien gestaltet. Während in Städten wie Reggio Emilia oder Frosinone der Verkehr und der urbane Raum stark vom Auto dominiert werden, zeigt Venedig ein alternatives Mobilitätsmodell auf. Der nationale Durchschnitt von über 68 Fahrzeugen pro 100 Einwohner unterstreicht dabei die anhaltende Verankerung des Autos in den italienischen Gewohnheiten.

H.Erikson--MP