Kein Nobelpreis: Trump beschimpft Norwegen unflätig
Nachdem US-Präsident Donald Trump auch in diesem Jahr beim Friedensnobelpreis leer ausgegangen ist, hat er den Nato-Verbündeten Norwegen unflätig beschimpft. Norwegen sei ein "Scheißhaus-Land", sagte Trump am Sonntag (Ortszeit) bei einem Auftritt in Port Huron im Bundesstaat Michigan. Norwegische Einwanderer seien in den USA nicht mehr willkommen.
"Norwegen nervt", sagte Trump bei dem Auftritt vor den Kongresswahlen am 3. November weiter. Weil er den Nobelpreis nicht bekommen habe, wolle er "niemanden aus Norwegen" in den Vereinigten Staaten sehen.
Der norwegische Außenminister Espen Barth Eide sagte dazu am Montag, Trump wisse "sehr genau, dass das Nobelkomitee unabhängig ist. Wir haben ihn daran erinnert, falls sich jemand Fragen stellt - und das ist weiterhin so", sagte er dem Rundfunksender NRK.
Das Nobelkomitee hatte Anfang Oktober verkündet, dass der Friedensnobelpreis in diesem Jahr an die südafrikanische Juristin Navi Pillay geht, die früher Richterin am Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) und UN-Menschenrechtskommissarin war. Trump hatte ihre Auszeichnung als "schändlich und blamabel" kritisiert, die USA verhängten noch am selben Tag Sanktionen gegen den IStGH.
Die USA unterhalten eigentlich enge Beziehungen zum Nato-Partner Norwegen. In der norwegischen Hauptstadt Oslo fanden erst vergangene Woche Gespräche über ein Ende des Ukraine-Kriegs teil; Trumps Sondergesandter Steve Witkoff kam dort mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zusammen.
C.Maier--MP