Zusammenstöße mit der Polizei nach "GenZ"-Protesten in mehreren Städten
Nach den bundesweiten Jugendprotesten der Gruppierung "GenZ regelt" hat es in mehreren Städten Zusammenstöße mit der Polizei gegeben. In Frankfurt am Main wurden Beamte laut Polizeiangaben am Samstag mit Böllern und Steinen beworfen, die Behörden setzten deswegen Wasserwerfer ein. Mindestens ein Polizist wurde demnach verletzt und musste ärztlich behandelt werden. Am Abend war in Frankfurt nach Polizeiangaben auch ein Polizei-Hubschrauber im Einsatz.
In Hamburg wurden die Einsatzkräfte nach Polizeiangaben am Steintorplatz "mit pyrotechnischen Gegenständen" beworfen. "Zur Unterstützung der Räumung setzen wir unmittelbaren Zwang ein, auch unter Einsatz des Wasserwerfers", erklärte die Polizei der Hansestadt.
Auch in Köln setzte die Polizei Wasserwerfer ein, nachdem Beamte mit Pyrotechnik beworfen worden waren. In Bonn wurde laut Polizei ein Beamter bei einer Auseinandersetzung mit einer Gruppe leicht verletzt.
In Bremen wurden Polizisten nach Ende der Demonstration mit Tritten und Schlägen attackiert, als sie einen Verdächtigen stellen wollten, der mutmaßlich Pyrotechnik gezündet hatte. Außerdem seien Polizeikräfte mit Flaschen beworfen worden, erklärte die Polizei. Ein Polizist wurde den Angaben zufolge leicht verletzt.
In Karlsruhe erlitt ein Beamter ein Knalltrauma, nachdem nach der offiziellen Kundgebung aus einer Menschenansammlung heraus Pyrotechnik gezündet worden war. Die Polizei löste die Ansammlung schließlich unter Einsatz von Polizeipferden auf, wie das Polizeipräsidium Karlsruhe mitteilte.
In Berlin begann am späten Nachmittag nach der offiziellen Demonstration eine weitere Kundgebung, die nicht von der Gruppierung "GenZ regelt" selbst veranstaltet wurde. Dort meldete die Polizei kurz nach offiziellem Beginn "einzelne Eier- und Flaschenwürfe" aus der Menge der mehr als 500 Teilnehmenden. Später sprach die Polizei von "illegalem Abbrennen von Pyrotechnik".
Die Kundgebungen von "GenZ regelt" selbst waren hingegen nach Behördenangaben überwiegend friedlich geblieben. An den Protesten hatten bundesweit zehntausende Menschen teilgenommen. Die Initiative selbst sprach von 120.000 Teilnehmern in ganz Deutschland.
"Die Proteste der Gen Z haben sich als sehr friedlich rausgestellt", sagte auch der Vorsitzende für den Bereich Bundespolizei bei der Polizeigewerkschaft, Andreas Roßkopf, der "Rheinischen Post". Nach dem Ende der eigentlichen Veranstaltungen habe sich die Lage jedoch in einigen Städten zugespitzt. Bei den Gruppen, von denen die Gewalt ausgegangen sei, habe es sich um "autonome und zum Teil vermummte Personen" gehandelt.
"GenZ" bezeichnet in etwa die Altersgruppe der Jugendlichen und jungen Erwachsenen bis Ende 20. Die Initiatoren fordern von der Politik ein stärkeres Eintreten für die Belange junger Menschen. Im Vorfeld hatten die deutschen Sicherheitsbehörden vor einer möglichen Unterwanderung etwa durch linksextreme Kräfte gewarnt.
T.Murphy--MP