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Hantavirus-Ausbruch: Evakuierung von Kreuzfahrtschiff "Hondius" auf Teneriffa abgeschlossen
Hantavirus-Ausbruch: Evakuierung von Kreuzfahrtschiff "Hondius" auf Teneriffa abgeschlossen / Foto: JORGE GUERRERO - AFP

Hantavirus-Ausbruch: Evakuierung von Kreuzfahrtschiff "Hondius" auf Teneriffa abgeschlossen

Die Evakuierung des von einem tödlichen Hantavirus-Ausbruch betroffenen Kreuzfahrtschiff "Hondius" auf Teneriffa ist abgeschlossen: Die letzten 27 Menschen, die das Schiff verlassen sollten, gingen am Montag von Bord. Dort legte die "Hondius" wegen schlechten Wetters kurzzeitig an. Anschließend machte sich das unter niederländischer Flagge fahrende Kreuzfahrtschiff mit 27 Besatzungsmitgliedern an Bord auf den Weg nach Rotterdam, wo es in rund fünf Tagen erwartet wird.

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In blauen Schutzanzügen verließen die Passagiere das Schiff auf Teneriffa, bevor sie in Busse stiegen, die sie zum Flughafen Teneriffa Süd brachten. Dort brachten zwei Flugzeuge die Passagiere in die Niederlande.

27 Besatzungsmitglieder blieben an Bord der "Hondius", die am Montagabend den Hafen verließ, um in Richtung Niederlande zu fahren. Nach Angaben des Kreuzfahrtunternehmens Oceanwide Expeditions wird das Schiff in etwa fünf Tagen in Rotterdam erwartet. An Bord ist auch die Leiche einer Deutschen, die am 2. Mai am Hantavirus gestorben war.

Die "Hondius" legte wegen der Wetterbedingungen am Montag kurzzeitig direkt im Hafen auf Teneriffa an. Auf Drängen der örtlichen Behörden war die "Hondius" zunächst vorsichtshalber nicht direkt in den Hafen eingelaufen, sondern ankerte ein Stück vor dem Kai.

Am Sonntag hatten bereits 94 Passagiere und Besatzungsmitglieder aus insgesamt 19 Ländern das Kreuzfahrtschiff verlassen und von Teneriffa aus mit Sondermaschinen die Heimreise angetreten.

Das Bundesgesundheitsministerium in Berlin teilte mit, alle vier deutschen Passagiere seien "vollständig ohne Symptome". Die vier Deutschen waren am Sonntag gemeinsam mit weiteren Betroffenen mit einer niederländischen Maschine von Teneriffa nach Eindhoven gebracht worden. Laut Bundesgesundheitsministerium wurden sie anschließend ins Frankfurter Universitätsklinikum gebracht, wo sie in der Nacht zum Montag eintrafen.

In ihren Heimatregionen sind dann die jeweiligen Gesundheitsämter zuständig. In Berlin und Baden-Württemberg sollten die Passagiere unter häusliche Quarantäne gestellt werden. Wie mit den Menschen aus Bayern und Sachsen verfahren werden sollte, war zunächst unklar.

Die "Hondius" war am 1. April in Ushuaia im Süden Argentiniens zu einer Atlantik-Kreuzfahrt aufgebrochen. Ein erster Passagier aus den Niederlanden starb am 11. April an Bord an den Folgen des Hantavirus. Seine Frau ging am 24. April auf der Insel St. Helena im Südatlantik von Bord, um die Leiche ihres Mannes in die Heimat zu begleiten. Zwei Tage später starb sie nach einem Flug nach Johannesburg im Krankenhaus. Am 2. Mai starb eine deutsche Passagierin an Bord der "Hondius".

Eine weitere Deutsche, die mit ihr Kontakt hatte und bereits vor einigen Tagen von Bord geholt wurde, befindet sich seit vergangener Woche im Universitätsklinikum Düsseldorf. Bislang wurde bei ihr keine Infektion nachgewiesen, wie das Krankenhaus am Montag mitteilte.

Gegen das schwere Atemwegserkrankungen verursachende Hantavirus gibt es keine Impfung und auch keine Behandlung. Die WHO vermutet, dass sich der zuerst gestorbene Niederländer in Südamerika mit einer seltenen und von Mensch zu Mensch übertragbaren Variante des Hantavirus infizierte, bevor er an Bord ging. Anschließend verbreitete sich das Virus dann offenbar an Bord. Nach Einschätzungen aus Brüssel ist das Risiko für eine Ausbreitung des Hantavirus in Europa gering.

D.Johannsen--MP