13 Tote bei Angriff auf ein Dorf in der Zentralafrikanischen Republik
Zwei Tage nach einer Abstimmung über eine umstrittene Verfassungsänderung in der Zentralafrikanischen Republik haben bewaffnete Männer 13 Dorfbewohner im Nordwesten des Landes erschossen. Zwei Menschen seien verletzt worden, Frauen und Kinder hätten fliehen können, teilten die lokalen Behörden am Dienstag mit. Nach Jahren des Bürgerkriegs ist die Region nahe der Grenze zum Tschad noch immer von gewaltsamen Auseinandersetzungen geprägt.
Die Bewohner der Zentralafrikanischen Republik hatten am Sonntag über eine neue Verfassung abgestimmt, die die Amtszeit des Präsidenten Faustin-Archange Touadéra bis zu seinem Lebensende verlängern könnte. Mit einem offiziellen Ergebnis wird Ende August gerechnet. Oppositionsparteien, Organisationen der Zivilgesellschaft und Rebellengruppen hatten zum Boykott des Referendums aufgerufen.
Konkret sieht der neue Verfassungsentwurf vor, die Amtszeit des Präsidenten von fünf auf sieben Jahre zu verlängern. Zudem soll die Beschränkung auf zwei Amtszeiten aufgehoben werden. An einer Zustimmung zur neuen Verfassung bestand kaum Zweifel.
Der 66-jährige Touadéra hatte angekündigt, Russland und Ruanda würden die Sicherheitskräfte bei der Abstimmung "unterstützen". Der Einfluss beider Staaten auf die Zentralafrikanische Republik hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Die russische Söldnertruppe Wagner ist bereits seit fünf Jahren in dem Land aktiv.
T.Gruber--MP