Dobrindt will härter gegen Cyberangriffe vorgehen: "Können wir nicht hinnehmen"
Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) will künftig härter gegen Cyberangriffe auf Infrastruktur und Unternehmen vorgehen. Deutschland werde "Gegenmaßnahmen ermöglichen und die Schwelle dafür niedrig ansetzen", sagte er der "Süddeutschen Zeitung" vom Samstag. "Wir werden zurückschlagen, auch im Ausland. Wir werden Angreifer stören und ihre Infrastruktur zerstören", fuhr er fort.
Deutschland erlebe "ständig Cyberangriffe – auf Institutionen, Infrastruktur, Unternehmen", sagte Dobrindt der Zeitung. Oft gingen diese Attacken von Gruppen aus, die "Verbindungen zu staatlichen Geheimdiensten haben und von diesen finanziert werden", sagte er außerdem und bezog sich damit unter anderem auf hybride Angriffe aus Russland, aber auch aus anderen Teilen der Welt. "Das können wir nicht hinnehmen."
Kanzler Friedrich Merz (CDU) hatte angesichts der wachsenden Gefahr durch Cyberangriffe bereits Mitte Dezember im Bundestag angekündigt, dass die Bundesregierung die Befugnisse der Sicherheitsbehörden erweitern wolle, um darauf zu reagieren. Geprüft werde etwa die Möglichkeit, "über das Netz auch die Herkunftsorte dieser Angriffe nicht nur zu identifizieren, sondern auch zu beschädigen", sagte er. Dazu müsse untersucht werden, ob dafür weitere Rechtsgrundlagen nötig seien.
Wenige Tage zuvor hatte die Regierung Russland für einen Cyberangriff auf die Deutsche Flugsicherung und systematische Desinformationskampagnen während der Bundestagswahl im Februar verantwortlich gemacht. Die Vorfälle seien klar der Verantwortung des russischen Militärgeheimdiensts GRU zugeordnet worden, sagte ein Sprecher des Außenministeriums damals.
S.Schuster--MP