Gold im Skiathlon: Kläbo startet Rekordjagd nach Maß
Norwegens Skilanglaufstar Johannes Hösflot Kläbo hat seine Rekordjagd bei den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina mit Gold im Skiathlon eröffnet. Der 29 Jahre alte Rekordweltmeister triumphierte in Lago di Tesero im Skiathlon und holte seinen sechsten Olympiasieg.
Kläbo war beim Rennen über jeweils 10 km in der klassischen und freien Technik im Finale wie erwartet eine Klasse für sich und setzte sich am letzten kleinen Abstieg aus einer fünfköpfigen Spitzengruppe ab. Silber holte überraschend der Franzose Mathis Deloges (+2,1 Sekunden) vor Norwegens Vizeweltmeister Martin Löwström Nyenget (+2,2). Bester Deutscher war Friedrich Moch auf Platz 26.
Kläbo könnte der große Abräumer der Spiele werden. "Er ist so perfekt, dass es unmenschlich wirkt", sagte die Schwedin Frida Karlsson, die am Samstag den Frauen-Skiathlon gewonnen hatte. Im Sprint sowie beim Teamsprint und in der Staffel wäre alles andere als Gold eine Riesenüberraschung, auch über 10 und 50 km ist er der Favorit. Bei der WM 2025 in Trondheim gewann Kläbo alle sechs Langlauf-Titel der Männer.
Mit drei weiteren Goldmedaillen in Tesero würde Kläbo an seinen Landsleuten Marit Björgen, Björn Dählie und Ole Einar Björndalen (alle achtmal Gold) als Wintersportler mit den meisten Olympiasiegen vorbeiziehen. Gut möglich, dass Kläbo sogar die legendäre Bestmarke von Eric Heiden erreicht oder übertrifft. Der US-Eisschnellläufer gewann 1980 in Lake Placid als bislang einziger Wintersportler fünfmal Olympia-Gold in einem Jahr.
Der frühere Tour-de-Ski-Zweite Moch lief auf der schweren Strecke ein mutiges Rennen und zunächst in der Spitzengruppe mit, letztlich hatte er 2:25,3 Minuten Rückstand. Florian Notz wurde 28., Jakob Moch kam auf Platz 33.
Ein bemerkenswertes Rennen zeigte der als neutraler Athlet zugelassene Russe Saweli Korosteljew. Der frühere Junioren-Weltmeister, der erst seit Dezember wieder im Weltcup starten darf, kämpfte lange um eine Medaille und wurde Vierter. Peking-Olympiasieger Alexander Bolschunow war hingegen nicht am Start. Der Weltverband FIS hatte dem Russen den Status als neutraler Athlet verweigert, Bolschunow versuchte vergeblich, vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS sein Startrecht zu erstreiten.
J.P.Hofmann--MP