Rekordvorsprung eingebüßt: McIlroy patzt und zittert
Golfstar Rory McIlroy hat beim 90. US Masters in Augusta seinen komfortablen Vorsprung nach einer verpatzen dritten Runde eingebüßt - am Sonntag kommt es somit zum spannenden Showdown um das heiß begehrte grüne Jackett. McIlroy spielte nach seinen starken ersten beiden Tagen nur eine 73er-Runde. Zwar steht der 36-Jährige vor der Entscheidung weiter an der Spitze, jedoch liegt er gleichauf mit dem US-Amerikaner Cameron Young.
"Ich hatte es heute nicht drauf", sagte McIlroy nach seiner unterdurchschnittlichen Leistung am Samstag, "auf den ersten neun Löchern musste ich viel kämpfen. Dieser Golfplatz hat die Eigenschaft, dass man zu kämpfen hat, wenn man nicht ganz im Flow ist", ergänzte der Nordire und kündigte an: "Ich muss morgen besser sein. Wenn ich morgen gewinnen will, muss ich besser sein als heute."
McIlroy war am Samstag bereits an Loch 1 mit einem Bogey gestartet, an Loch 11 landete der Ball im Wasser und McIlroy musste einen Doppelbogey hinnehmen. Young schaffte es mit einer überragenden 65er-Runde, mit McIlroy gleichzuziehen, hinter den beiden lauert in der Gesamtwertung mit einem Schlag Rückstand Youngs Landsmann Sam Burns. Mit zwei Schlägen Rückstand liegt Shane Lowry auf Rang vier, dem Iren gelang als erstem Golfer der Geschichte sein zweites Hole-in-one beim Masters.
Ebenfalls noch im Rennen um den Sieg ist der zweimalige Champion und Weltranglistenerste Scottie Scheffler (USA), der sich mit einer 65 auf Platz sieben schob. Auf die Spitze hat Scheffler nur noch vier Schläge Rückstand. "Viele Jungs haben morgen eine Chance", sagte McIlroy. Am Samstag war er noch mit dem größten Halbzeitvorsprung der Geschichte in den dritten Tag gestartet. Zum Auftakt hatte er eine 67er und eine 65er-Runde gespielt und nach Tag zwei sechs Schläge Vorsprung. Der ist nun aufgebraucht.
Im vergangenen Jahr hatte McIlroy mit dem Sieg beim Masters seinen Karriere-Grand-Slam vollendet, in diesem Jahr spielt er um die Aufnahme in einen elitären Kreis: Bislang haben nur Tiger Woods, Nick Faldo und Jack Nicklaus das Masters zweimal in Folge gewinnen.
Deutsche Golfer sind in diesem Jahr nicht dabei. Bernhard Langer hatte sich 2025 nach 41 Teilnahmen aus Augusta verabschiedet. Auch Woods fehlt beim bekanntesten Golfturnier des Jahres. Nach seinem Autounfall unter Schmerzmitteleinfluss hat sich der Superstar und fünfmalige Masterssieger in Behandlung begeben.
J.P.Hofmann--MP