Irans Fußballverband dringt auf Verbot von Flaggen der Opposition in WM-Stadien
Der iranische Fußballverband hat vor dem ersten Spiel seiner Nationalmannschaft bei der Fußball-WM am Montag in Los Angeles darauf gedrungen, dass nur die offizielle iranische Flagge in den Stadien gezeigt werden dürfe. "Die Fifa ist gemäß den Protokollen verantwortlich", sagte Verbandspräsident Mehdi Tadsch der Nachrichtenagentur AFP am Samstag während des Mannschaftstrainings im mexikanischen Tijuana. Die Protokolle sähen unter anderem vor, "dass die offizielle Flagge eines Landes im Stadion gezeigt werden muss".
Die iranische Nationalelf wird am Sonntag in Los Angeles erwartet, wo sie am Montag gegen Neuseeland antreten wird. Angehörige der iranischen Diaspora könnten womöglich während des Spiels Fahnen der iranischen Opposition schwenken. In der Metropole im US-Bundesstaat Kalifornien leben so viele Iranerinnen und Iraner wie in keiner anderen Stadt der Welt außerhalb des Iran - weshalb sie von einigen auch "Tehrangeles" genannt wird. Viele Angehörige der Diaspora gelten als Kritiker der Islamischen Republik.
Mehrere Organisationen wollen am Montag rund um das Stadion in Los Angeles demonstrieren, um die alte Flagge des Iran aus der Zeit vor der Islamischen Revolution 1979 zu schwenken. Diese zeigt einen Löwen und eine Sonne auf grün-weiß-rotem Grund. Einige Demonstrierende könnten zudem im Stadion die iranische Hymne ausbuhen, wie dies bei der WM in Katar 2022 der Fall gewesen war.
Teheran hatte in der zurückliegenden Woche gewarnt, ein derartiges Szenario sei inakzeptabel. Sportminister Ahmad Dondschamali sagte, der Iran werde besonders auf "Fahnen und Slogans" achten, und drohte für den Fall feindlicher Symbole gegen die Islamische Republik mit einem Abbruch des Spiels.
Die Regeln der Fifa verbieten jegliche Gegenstände "politischer Natur" in den Stadien. Bei früheren Weltmeisterschaften wurde dieses Verbot jedoch unterschiedlich streng gehandhabt, weshalb unklar ist, wie mit Stadionbesuchern umgegangen wird, die der iranischen Opposition angehören.
Um die Teilnahme der Iraner, deren Land sich seit dem 28. Februar im Krieg gegen die USA befindet, hatte es wochenlange Diskussionen gegeben. So erhielten zwar alle Spieler ein Visum für die Einreise in die USA, nicht aber alle Mitglieder ihres Betreuerstabs, unter ihnen Verbandspräsident Mehdi Tadsch. Wegen des Krieges hatte das iranische Team außerdem sein ursprünglich in Tucson im US-Bundesstaat Arizona geplantes Quartier ins mexikanische Tijuana verlegt.
K.Lang--MP