Erster Sieg: Dzeko und Bosnien können weiter hoffen
Bosnien und Herzegowina kann weiter auf den erstmaligen Einzug in die K.o.-Runde bei einer Fußball-Weltmeisterschaft hoffen. Die Mannschaft um Schalke-Torjäger Edin Dzeko bezwang Katar zwar nur mit Mühe 3:1 (2:1) – mit nun vier Punkten auf dem Konto stehen die Chancen auf das Weiterkommen als Dritter der Gruppe B nun jedoch gut, für Schlusslicht Katar ist das Turnier hingegen beendet.
Der zukünftige Leverkusener Kerim Alajbegovic (29.), Dzeko, der das Eigentor von Sultan Al-Brake (34.) erzwang, und Ermin Mahmic (80.) sorgten für den ersten Sieg der Bosnier, die in einem möglichen Sechzehntelfinale auch als deutscher Gegner infrage kämen. Bei der erst zweiten Teilnahme des Landes nach 2014 wäre der Sprung in die K.o.-Phase ein historischer Erfolg für das Team von Trainer Sergej Barbarez.
Für Katar erzielte Hassan Al-Haydos (42.) einen Treffer zum Abschluss. Dennoch muss sich der Wüstenstaat, der sich nach der Gastgeberrolle 2022 erstmals sportlich für die WM qualifiziert hatte, wie vor vier Jahren bereits nach der Gruppenphase aus dem Turnier verabschieden.
Die Bosnier, bei denen Dzeko sein 150. Länderspiel bestritt, erwischten einen guten Start und prüften Katars Keeper Mahmud Abunada gleich mehrmals. Doch die Mannschaft von Trainer Julen Lopetegui, die nach dem folgenschweren Foul an Kanadas Ismael Koné unter anderem auf den rotgesperrten Assim Madibo verzichten mussten, stabilisierte sich schnell und verteidigte kompakt.
Bosnien fand keine Lücken und versuchte es vor allem aus der Distanz - Alajbegovic auch mit Erfolg. Wenig später ließ Dzeko die bosnischen Fans erneut jubeln: Einen Schuss des 40-Jährigen fälschte Al-Brake entscheidend ins eigene Tor ab. Einen eigenen Treffer des Schalker Aufstiegshelden verhinderte kurz darauf der Innenpfosten (38.).
Doch der Favorit wurde in der Folge nachlässiger, Al-Haydos nutzte das eiskalt aus. Beim Schuss von Pedro Miguel (45.+3) rettete der Pfosten die Bosnier, Katar wurde mutiger. Nach der Pause war das Team um Dzeko wieder um Spielkontrolle bemüht, doch auch Katar ließ nicht nach. Der Underdog präsentierte sich weiter wachsam, lauerte auf Fehler des Gegners und versuchte selbst immer wieder Akzente zu setzen.
Dzeko musste die Schlussphase schließlich von der Bank aus verfolgen, der Kapitän war nach seiner Auswechslung sichtlich aufgebracht, für ihn kam Mahmic (63.). Von der Seitenlinie aus sah Dzeko, wie seine Mannschaft versuchte, den Sieg über die Zeit zu retten.
F.Koch--MP