Spanien erwartet Ankunft der WM-Helden - Tod von 13-Jährigem überschattet Feierlichkeiten
Spanien fiebert der Rückkehr der WM-Helden entgegen: Nach ihrem Titelgewinn in den USA wird die spanische Fußballnationalmannschaft am Montag von ihren Fans in Madrid in Empfang genommen. Zu den Feierlichkeiten in der spanischen Hauptstadt werden rund eine Million Fans erwartet. Überschattet wurde die Freude über Spaniens zweiten Weltmeistertitel vom Tod eines 13-Jährigen, der während einer Siegesfeier in der Nacht verunglückte.
Spaniens zweiter WM-Triumph nach der Weltmeisterschaft 2010 sorgte landesweit für Jubelstürme, bis spät in die Nacht wurde auf den Straßen der Finalsieg gegen Argentinien gefeiert. Im Westen Spaniens starb ein 13-Jähriger, als ein Springbrunnen unter dem Gewicht mehrerer Fans einstürzte. "Was eigentlich eine Feier zum Sieg der spanischen Nationalmannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft hätte sein sollen, hat sich in eine Tragödie verwandelt", teilte die Stadtverwaltung von Ciudad Rodrigo mit. Behördenangaben zufolge wurden bei dem Vorfall mehrere Menschen verletzt, darunter ein weiterer Jugendlicher.
Die spanische Mannschaft soll gegen 12.50 Uhr in Madrid landen. Anschließend werden die Spieler voraussichtlich von König Felipe VI. und Ministerpräsident Pedro Sánchez empfangen. Am Nachmittag fahren sie mit einem offenen Bus durch die Madrider Innenstadt und lassen sich anschließend von ihren Fans auf dem Cibeles-Platz feiern. Es wird erwartet, dass sich rund eine Million Menschen den Feierlichkeiten anschließen. Nach Behördenangaben werden mehr als 2000 Polizisten sowie 400 Einsatzkräfte der Guardia Civil vor Ort sein.
Der amtierende Europameister hatte sich im WM-Finale am Sonntagabend mit 1:0 nach Verlängerung gegen Argentinien durchgesetzt und sicherte sich damit den zweiten WM-Titel nach 2010. Nach dem Endspiel im MetLife-Stadion in New Jersey überreichte US-Präsident Donald Trump gemeinsam mit dem Chef des Weltfußballverbands Fifa, Gianni Infantino, Spaniens Kapitän Rodri den Pokal.
Trump ließ es sich nicht nehmen, sich auf dem Siegerfoto zu verewigen. Der 80-Jährige blieb nach der Pokalübergabe noch auf dem Podest stehen, als Rodri den Pokal im Konfettiregen in die Höhe reckte.
Für Trump war es der erste Besuch bei einem Spiel der in den USA, Kanada und Mexiko ausgetragenen Weltmeisterschaft. Der 80-jährige Republikaner wurde ausgebuht, als er auf dem Stadion-Bildschirm eingeblendet wurde. Zudem ertönten Buh-Rufe, als Trump und Infantino nach Spielende den Rasen für die Siegerehrung betraten.
Trump sprach auch kurz mit dem spanischen Ministerpräsidenten Sánchez, der mexikanischen Präsidentin Claudia Sheinbaum und dem kanadischen Premierminister Mark Carney. Trump hat immer wieder Streitigkeiten mit den drei Ländern ausgelöst.
Eine Halbzeitshow voller Musik-Superstars hatte im WM-Finale für eine deutlich verlängerte Halbzeitpause gesorgt, die statt der üblichen 15 Minuten fast doppelt so lange dauerte. Im MetLife Stadium vor den Toren New Yorks traten unter anderem Madonna, Shakira, Justin Bieber und die K-Pop-Band BTS auf.
Musiker aus den USA, Venezuela und dem Iran spielten unter Leitung von Star-Dirigent Gustavo Dudamel eine Version von "Seven Nation Army", außerdem traten Schauspieler der beliebten Fußball-Serie "Ted Lasso" auf. Zu guter Letzt schlossen sich Figuren aus den Sendungen Sesamstraße und The Muppets der Band Coldplay und einem Grundschulchor an.
Bei einer WM-Abschlusszeremonie vor dem Anpfiff des Finales waren zuvor unter anderem Popstar Robbie Williams und die US-Sängerin und -Schauspielerin Jennifer Hudson aufgetreten. Die Worte von Hollywoodlegende Tom Cruise gingen weitgehend im Fangesang unter.
In einer vorläufigen Bilanz hatte Trump die WM am Freitag als das "erfolgreichste Sportereignis überhaupt, vielleicht sogar in der Geschichte der Erde" bezeichnet. Auch Fifa-Präsident Infantino sagte, das Turnier habe "alle Erwartungen übertroffen".
Die Weltmeisterschaft war neben begeisternden Spielen aber auch von vielen Kontroversen geprägt - unter anderem um die hohen Eintrittspreise, die Einreiseverweigerung für einen somalischen Schiedsrichter, den Umgang mit der iranischen Mannschaft und diverse Schiedsrichterentscheidungen.
Am größten Skandal der WM war Trump selbst beteiligt: In einem Telefonat forderte er Infantino auf, die Spielsperre für den US-Fußballer Folarin Balogun nach einer roten Karte zu überprüfen. Die Fifa erteilte Balogun dann die Spielgenehmigung für das Achtelfinalmatch gegen Belgien, das die USA aber 1:4 verloren.
S.Schuster--MP