"Zu wenig": Heraskewytsch kritisiert deutsche Rolle
Der ukrainische Skeletoni Wladyslaw Heraskewytsch hat auch deutsche Entscheidungsträger nach der Wiederzulassung Russlands durch das Internationale Olympische Komitee (IOC) heftig kritisiert. Zwar wisse der 27-Jährige, der bei den Olympischen Spielen in Mailand und Cortina wegen eines Helms mit den Abbildungen von 22 getöteten ukrainischen Athleten ausgeschlossen worden war, "dass sich auch einige deutsche Funktionäre gegen die Entscheidung des IOC gestellt haben".
Aber insgesamt sei das "zu wenig", sagte Heraskewytsch im Gespräch mit der FAZ: "Deswegen bin ich von Deutschland ein wenig enttäuscht." Der Grund ist für den Skeletoni dabei offensichtlich - ausschlaggebend sei die anvisierte deutsche Bewerbung für eine Austragung der Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044. Doch es sei "nicht richtig, Prinzipien zu verraten, nur um Olympische Spiele nach Deutschland zu holen", meinte Heraskewytsch.
Erst vor wenigen Tagen war die Ukraine als Konsequenz der jüngsten Entwicklungen vor den internationalen Sportgerichtshof CAS gezogen, laut Heraskewytsch werde man an der Entscheidung des IOC wohl aber "nichts mehr ändern können". Umso mehr forderte er weitere Wege des Widerstands. "Wir sollten mit verschiedenen Ländern, mit verschiedenen Nationalen Olympischen Komitees, mit verschiedenen Sportministerien zusammenarbeiten", erklärte er: "Russischen Athleten sollten keine Visa erteilt werden."
Seine persönliche Entscheidung zur Gegenwehr, die schlussendlich zu seiner Disqualifikation in Italien geführt hatte, bereut er bis heute nicht. Er sei "seinen Prinzipien treu geblieben", was "viel wichtiger ist als jede Medaille", so Heraskewytsch.
M.Schulz--MP