Nächstes Slowenen-Wunderkind: Omrzel siegt wie einst Pogacar
In der Manier seines verletzt ausgeschiedenen Vorbilds Tadej Pogacar hat das slowenische Radsport-Talent Jakob Omrzel bei der Spanien-Rundfahrt einen rauschenden Sieg bei der schweren Bergankunft auf dem 2168 m hohen Calar Alto gefeiert. Der erst 20 Jahre alte Omrzel triumphierte am Donnerstag nach einem fulminanten Solo mit großem Vorsprung. Der Spanier Enric Mas hängte unterdessen seine Rivalen im Kampf um den Gesamtsieg ab und baute seinen Vorsprung aus.
"Ich habe mich supergut gefühlt und hatte einfach Spaß", sagte Omrzel und klang dabei fast wie der große "Pogi". Wie Landsmann Pogacar bei der Vuelta 2019 wurde auch Omrzel als 20-Jähriger erstmals Etappensieger einer großen Rundfahrt - Omrzel war nun sogar ein paar Tage jünger. Im Ziel nach 166,6 km und 4475 Höhenmetern lag das Supertalent vom Team Bahrain Victorious als stärkster Fahrer einer großen Ausreißergruppe 1:56 Minuten vor dem Spanier Urko Berrade. Mit dem Vuelta-Gesamtsieg hat Omrzel wohl (noch) nichts zu tun.
Der dreimalige Vuelta-Zweite Mas (Movistar), der das Rote Trikot des Gesamtführenden nach dem bösen Sturz-Aus von Topfavorit Pogacar übernommen hatte, kam 2:56 Minuten nach dem Sieger ins Ziel und nahm seinen Kontrahenten Primoz Roglic (Slowenien/Red Bull-Bora-hansgrohe) und Felix Gall (Österreich/Decathlon-CMA CGM) 27 Sekunden ab. In der Gesamtwertung führt Mas nun mit 1:45 Minuten vor Roglic und 2:06 Minuten vor Gall. Omrzel rückte auf Platz sechs (+4:59) vor.
Lennard Kämna, der auf den Tag genau drei Jahre zuvor nicht weit entfernt eine Vuelta-Etappe gewonnen hatte, gehörte wie der frühere deutsche Meister Marco Brenner zu einer großen Spitzengruppe. Diese fiel in der letzten Rennstunde auseinander, die beiden Deutschen verabschiedeten sich noch vor dem Schlussanstieg aus der Führungsgruppe und fielen weit zurück.
Die 13. Etappe am Freitag ist mit 192,8 km zwar etwas länger, mit einer Bergwertung der 1. und zwei der 2. Kategorie aber nicht ganz so anspruchsvoll. Am Samstag folgt dann die nächste schwere Bergankunft auf 1816 m Höhe in der Sierra de la Pandera. Die Vuelta endet am 13. September in Granada.
F.Koch--MP