Böser Fehlstart in die Heim-WM: DBB-Frauen gehen unter
Abreibung zum Auftakt: Für die deutschen Basketballerinnen hat die Heim-WM mit einer bitteren Enttäuschung begonnen. Im Kracherspiel gegen Medaillenkandidat Spanien musste sich das Team von Bundestrainer Olaf Lange in der Berliner Uber Arena nach einer ernüchternden Vorstellung 53:83 (24:50) geschlagen geben und hat schon jetzt keine realistische Chance mehr auf den so wichtigen Gruppensieg. Denn nur die Tabellenersten der Vorrunde ziehen direkt ins Viertelfinale ein.
Vor 12.500 Zuschauern, darunter Bundeskanzler Friedrich Merz, hatte die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes (DBB) dem Vize-Europameister kaum etwas entgegenzusetzen, Spanien war mindestens eine Nummer zu groß. Ziel muss nun Platz zwei in der Gruppe A sein, in diesem Fall ginge es in der Qualifikationsrunde für das Viertelfinale gegen den Dritten der Staffel B. Doch das dürfte schwierig werden, auch die weiteren Vorrundengegner Japan und Mali sind nicht zu unterschätzen.
Eine gute Nachricht gab es vor Spielbeginn. Nyara Sabally vom WNBA-Klub Toronto Tempo, die wegen Wadenproblemen seit ihrem bislang letzten Einsatz am 13. August hatte pausieren müssen, stand nur zwei Tage nach ihrer Rückkehr ins Teamtraining zur Verfügung - gehörte aber nicht zur Startformation. "Wir haben einfach alle total Bock", sagte Frieda Bühner vor dem Tip-off bei MagentaTV, alle müssten beim Turnier "versuchen, 15 Prozent mehr zu geben".
Lange bot mit Leonie Fiebich (New York Liberty), Luisa Geiselsöder und Bühner (beide Portland Fire) drei WNBA-Profis auf, doch das deutsche Team hatte von Beginn an Probleme mit der aggressiven spanischen Defense - und der treffsicheren Offense. Sechs der sieben ersten Dreierwürfe des Gegners waren drin, nach einem 3:12-Negativlauf stand es 10:24 (7.).
Der Rückstand wuchs kontinuierlich an, weil die Spanierinnen um die starke Maria Conde kaum zu stoppen waren und die deutsche Mannschaft lausig traf. Bis zur Pause war nicht einmal jeder vierte Wurf aus dem Feld erfolgreich. Zum Vergleich: Spanien traf gut 60 Prozent. "Der Ball läuft nicht. Spanien nimmt Deutschland alles weg", sagte Marlies Askamp, erste deutsche WNBA-Spielerin, in der Pause. "Die Kulisse lähmt anscheinend ein bisschen."
Für das deutsche Team, dem Starspielerin Satou Sabally (New York) bei der WM in ihrer Heimatstadt wegen der Folgen einer Gehirnerschütterung fehlt, ging es im zweiten Durchgang nur noch um Schadensbegrenzung. Dass es für den Weltranglistenelften im 28. Duell mit Spanien die 24. Niederlage setzen würde, stand früh fest. Unter anderem hatte es im vergangenen Sommer im EM-Vorrundenspiel in Hamburg eine klare Pleite gegen das Topteam gegeben (60:79).
Im ersten Einsatz bei der zweiten WM-Teilnahme einer Mannschaft aus der Bundesrepublik nach 1998, auch damals wurde in Deutschland gespielt, lief es nach der Rückkehr aus der Kabine nicht besser. Vor dem Schlussviertel standen 39 Punkte (!) auf dem Scoreboard, Spanien war längst uneinholbar enteilt.
Beste Werferin der DBB-Auswahl, die vor gut drei Wochen bereits ihr erstes Vorbereitungsspiel gegen Spanien verloren hatte, aber von einer Medaille träumt, war Fiebich mit 13 Punkten. Sabally kam in gut 17 Minuten Einsatzzeit auf zehn Punkte.
Weiter geht es schon am Samstag (18.00 Uhr) gegen Japan, das Mali im ersten Turnierspiel mit Mühe bezwang (102:97). Ein Sieg ist Pflicht. Das Duell mit dem Team aus Westafrika findet am Montag (17.50 Uhr/beide ProSieben MAXX und MagentaTV) statt.
I.Frank--MP