Dauersieger legt nach: Rekordchampion USA erneut Weltmeister
Angriff abgewehrt, Superserie ausgebaut: Zum fünften Mal nacheinander und zum zwölften Mal insgesamt haben die US-Basketballerinnen den Weltmeistertitel geholt. Der Rekordchampion gewann am Ende eines schwierigen Turniers das überraschend einseitige Finale gegen Frankreich in Berlin dank einer starken zweiten Hälfte 97:79 (43:45). Frankreich, am Samstag Sieger im Halbfinale gegen Gastgeber Deutschland, verpasste die erträumte erste Krönung klar.
Nach dem knappen Sieg gegen Gastgeber Frankreich im Olympia-Finale von Paris (67:66) waren die US-Stars gewarnt - und bekamen mit dem Weltranglistenzweiten wieder ihre Probleme. Durch einen 11:0-Lauf zogen die Französinnen zu Beginn des zweiten Viertels auf 31:17 davon, verspielten den großen Vorsprung aber bis zur Pause fast komplett.
Die USA hatten seit ihrer Halbfinalniederlage gegen Russland 2006 auf der WM-Bühne 35 Siege in Folge gefeiert - und kamen dem 36. nach der Rückkehr aus der Kabine sehr schnell ein gutes Stück näher. Im dritten Viertel dominierte der Goldfavorit, besonders Jackie Young (Las Vegas Aces) spielte in dieser Phase stark auf, Frankreich fand überhaupt kein Mittel mehr. Mit der hohen Führung im Rücken konzentrierte sich das amerikanische Team auf eine aggressive Defense und ließ den Gegner nicht mehr ins Spiel zurück.
In der Vorrunde war das US-Team gegen Italien bedenklich ins Wackeln geraten (55:52) und hatte auch in den weiteren Spielen trotz teils klarer Siege nicht glänzen können wie gewohnt. Zu emotionslos, ohne erkennbare Spielfreude agierte der Dauersieger, war aber doch wieder voll da, als es galt. Schon lange vor der Schlusssirene war das nach der Pause ungleiche Duell entschieden, der Goldpokal ging an die WNBA-Stars um Topscorerin Breanna Stewart (22 Punkte).
Seit 1996 holte das Team USA immer den Olympiasieg, seit 2010 immer den WM-Titel. Die Konkurrenz bekommt 2028 in Los Angeles die nächste Chance, die Dauersiegerinnen zu stoppen.
A.Gmeiner--MP