City-Skandal: UEFA will sich vorerst nicht äußern
Die Europäische Fußball-Union (UEFA) will sich vorerst nicht zum Finanzskandal um den englischen Topklub Manchester City äußern. Das bestätigte ein Sprecher dem SID am Donnerstag. Zuvor hatten die neuerlich aufgekommenen Vorwürfe gegen den früheren UEFA-Generalsekretär und heutigen FIFA-Präsidenten Gianni Infantino in Zusammenhang mit dem Fall für Aufsehen gesorgt.
Der Gründer von Football Leaks, auf dessen Veröffentlichungen im Jahr 2018 die Ermittlungen in England gegen City basieren, übte heftige Kritik an Infantino. Laut Rui Pinto sollte der massiv unter Druck stehende Präsident des Weltverbands auch wegen seiner Rolle bei den Untersuchungen gegen Manchester und Paris Saint-Germain "keinen Platz in der Zukunft des Spiels" haben.
"Bereits im Jahr 2014 gab es einen Mann, der sich der Unregelmäßigkeiten rund um Manchester City bereits bewusst war. Der berüchtigte Gianni Infantino, damals Generalsekretär der UEFA, missbrauchte seine Autorität, gab vertrauliche Dokumente weiter und hat - kurz gesagt - die Ermittler ausmanövriert", schrieb Pinto bei X: "Er tat alles in seiner Macht Stehende, um sicherzustellen, dass sowohl Manchester City als auch PSG lediglich mit einer Geldstrafe belegt würden und so einer weiterführenden Untersuchung entgingen, die zu einem Ausschluss aus der Champions League hätte führen können." Die FIFA reagiert bisher nicht auf die Vorwürfe.
Die UEFA hatte City 2019 wegen Verstößen gegen die Finanzregeln angeklagt. Der Verein wies alle Vorwürfe zurück. Manchester wurde zunächst zwei Jahre aus der Champions League ausgeschlossen. Der Internationale Sportgerichtshof CAS wandelte 2020 den Ausschluss in eine Geldstrafe von zehn Millionen Euro um.
Am Dienstag hatte die Premier League bestätigt, dass City wegen schwerwiegender Verstöße gegen Finanzregeln offiziell für schuldig befunden wurde. Es geht um einen Zeitraum von neun Jahren von 2009 bis 2018. Der Klub kann bis Freitag Einspruch einlegen, es drohen drastische Strafen bis hin zum Zwangsabstieg. Auch die Aberkennung von Titeln ist denkbar.
Die neuerlichen Vorwürfe gegen Infantino kommen seinen Gegnern im FIFA-Machtkampf nicht ungelegen. Allen voran die UEFA fordert den Rückzug ihres früheren Generalsekretärs.
O.Braun--MP