Maradona-Prozess: Anklage fordert bis zu zwölf Jahre Haft
Im Prozess um den Tod von Fußball-Ikone Diego Maradona hat die Staatsanwaltschaft Haftstrafen für mehrere damals beteiligte medizinische Fachkräfte gefordert. Dabei sprach sich die Anklage am Donnerstag im Gericht in San Isidro bei Buenos Aires für Freiheitsstrafen von vier bis zwölf Jahren für sechs der Angeklagten aus. So habe laut Staatsanwaltschaft eine "chaotische Organisation" zu einer "Situation der Vernachlässigung" Maradonas geführt, der "seinem Schicksal überlassen" worden sei.
Für drei der Fachkräfte forderte Staatsanwalt Patricio Ferrari Strafen zwischen acht und zwölf Jahren wegen Tötung mit bedingtem Vorsatz. Drei weitere Angeklagte sind wegen fahrlässiger Tötung angeklagt und könnten vier bis fünf Jahren Haft entgegensehen. Gegen einen siebten Angeklagten, einen externen Mediziner, der Maradona während dessen tödlich verlaufender Genesungsphase nur einmal besucht hatte, beantragte Ferrari keine Strafe.
Maradona war am 25. November 2020 zwei Wochen nach einer Hirnoperation im Alter von 60 Jahren gestorben. Todesursache waren laut Obduktion ein Herzinfarkt und ein Lungenödem. Seit April steht ein siebenköpfiges Team aus Ärzten, Psychiatern, Psychologen und Pflegern wegen Maradonas Tod vor Gericht. Den Angeklagten wird vorgeworfen, wider besseres Wissen grob nachlässig gehandelt zu haben.
W.F.Walter--MP