KI-Boom: Siemens verzeichnet Rekord bei Auftragseingang und deutliche Gewinnzuwachs
Infolge des KI-Booms hat der Siemens-Konzern von April bis Juni einen deutlichen Zuwachs seines Nettogewinns verzeichnet. Der Gewinn stieg im dritten Quartal des Geschäftsjahres des Konzerns im Vorjahresvergleich um 15 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro, wie Siemens am Donnerstag mitteilte. Das Unternehmen sprach von "Rekordwerten sowohl beim Auftragseingang als auch beim Ergebnis des industriellen Geschäfts". Siemens-Chef Roland Busch erklärte, unter anderem "der klare Fokus auf industrielle KI" treibe das Wachstum des Unternehmens.
Der Umsatz wuchs um acht Prozent auf 20,8 Milliarden Euro an, wie Siemens weiter mitteilte. Der Auftragseingang stieg demnach um 14 Prozent auf 27,9 Milliarden Euro.
Dazu trugen vor allem die Smart-Infrastructure-Sparte, die elektrische Ausrüstungen für Rechenzentren und andere Industriekunden anbietet, sowie der Zweig Digital Industries mit Fokus auf Software für die Automatisierung von Prozessen bei. So verzeichnete die Smart-Infrastructure-Sparte einen Anstieg des Auftragseingangs um 42 Prozent, was der Konzern vor allem auf "eine Reihe großer Aufträge von Rechenzentrumskunden in den USA und in Europa" zurückführte.
Nicht weniger als neun der zehn weltweit führenden Anbieter von Rechenzentren setzten auf Siemens, sagte Busch bei einer Telefonkonferenz. Er forderte Brüssel auf, Hindernisse für den raschen Aufbau von Rechenzentren in Europa und den Einsatz von KI in Fabriken zu beseitigen.
Vom Rechenzentrums-Boom in den USA profitieren einer Analyse des "Handelsblatts" zufolge auch weitere deutsche Unternehmen. Neben den Dax-Konzernen Siemens, Siemens Energy und RWE berichteten auch die börsennotierten Unternehmen Hochtief, 2G, Deutz, Pfisterer und Technotrans der Zeitung, sie profitierten derzeit in ungewöhnlichem Maße vom Strom- und Rechenzentrums-Boom. Die Aktien der jeweiligen Unternehmen stiegen demnach binnen eines Jahres zwischen 22 und 130 Prozent.
T.Murphy--MP