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Aktionsplan vorgelegt: Bauministerin Hubertz will Baukosten senken
Aktionsplan vorgelegt: Bauministerin Hubertz will Baukosten senken / Foto: Tobias SCHWARZ - AFP/Archiv

Aktionsplan vorgelegt: Bauministerin Hubertz will Baukosten senken

Mit einem 13-Punkte-Aktionsplan will Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) die Baukosten in Deutschland senken. Zu den Maßnahmen gehören die Einführung des digitalen Bauantrag bis 2028 oder ein Bonus-System für verkürzte Bauzeiten, wie Hubertz am Freitag mitteilte. Weitere Punkte des Plans hatte die Ministerin bereits angekündigt - etwa beschleunigte Planungsprozesse oder den Gebäudetyp E für einfacheres Bauen.

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"Die Schaffung von ausreichend bezahlbarem Wohnraum zählt zu einer der wichtigsten Aufgaben in unserem Land", erklärte Hubertz bei einer Investorenkonferenz in Frankfurt am Main. "Wenn wir im Wohnungsbau wirklich durchstarten wollen, müssen wir uns vom Ballast der zu hohen Baukosten befreien."

Die Ministerin will sich in der Regierung zudem für weitere steuerliche Erleichterungen einsetzen, etwa eine Verlängerung der degressiven Abschreibung über September 2029 hinaus. Finanzminister Lars Klingbeil erklärte, er und Hubertz hätten außerdem die Gründung einer staatlichen Wohnungsbaugesellschaft vorgeschlagen.

Die Bauministerin nannte die Digitalisierung einen zentralen Hebel zur Senkung der Baukosten. Der digitale Bauantrag soll laut ihrem Aktionsplan bis 2028 zum "verbindlichen Regelweg" werden; Papieranträge sollen dann nur noch in begründeten Härtefällen zulässig sein. Bauleitplanverfahren sollen etwa "mit standardisierten Datenmodellen" nur noch "maximal" zwei Jahre dauern. Mit Hilfe einer "Plattform kostenreduziertes Bauen" von Bund und Ländern sollen erfolgreiche Ansätze besser bekannt und leichter zugänglich gemacht werden.

Die vielen einzelnen Förderprogramme des Bundes sollen ab 2027 "gebündelt und modular aufgebaut" werden - "damit werden sie übersichtlicher und einfacher zugänglich", heißt es im Aktionsplan. Bei der Neubauförderung will Hubertz laut Aktionsplan zudem "ein Bonus-System für verkürzte Bauzeiten und reduzierte Baukosten durch serielles und modulares Bauen entwickeln". Kosteneinsparpotenziale sieht sie auch bei der Verwendung von Sekundärrohstoffen und wiederverwendbaren Bauteilen.

"Herzensprojekt" von Hubertz ist ein Fonds für bezahlbares Wohnen - private Anleger, die "nach hoher Sicherheit zu moderaten Renditen suchen", sollen dort investieren, heißt es im Aktionsplan. Die Ministerin sprach von einem "Wohnungsbaumodul für den Deutschlandfonds". Der im Dezember gestartete Fonds soll mit 30 Milliarden Euro an öffentlichen Mitteln und Garantien zu Investitionen in Höhe von 130 Milliarden Euro führen.

Hubertz gab am Freitag außerdem bekannt ,dass ein Förderprogramm des Bundes für klimafreundliche Neubauten verlängert wird: die Effizienzhaus 55-Plus-Förderung mit 100 Prozent erneuerbaren Energien. Das Programm war im Dezember 2025 aufgelegt worden und bis 30. Juni befristet. Nun kann es in Anspruch genommen werden, bis die bereitgestellten Bundesmittel aufgebraucht sind, längstens bis Jahresende.

"Es ist noch Geld im Fördertopf und wir wollen, dass es dort ankommt, wo es gebraucht wird", erklärte Hubertz. Es sind laut Ministerium rund 343 Millionen Euro. Bislang wurden mit dem Programm laut Bauministerium rund 33.700 Wohneinheiten mit einem Kredit- und Zuschussvolumen von rund 3,2 Milliarden Euro gefördert.

Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe nannte den Aktionsplan einen "richtigen und überfälligen Schritt". Nötig seien aber "deutlich mehr Tempo und Ehrgeiz" in der Umsetzung der Vorhaben. Beim Gebäudetyp E etwa gebe es immer noch keinen Gesetzesentwurf.

Im vergangenen Jahr waren nur knapp 207.000 Wohnungen in Deutschland gebaut worden, das war der niedrigste Stand seit 2012. Hubertz sagte im Mai, sie schaue nach vorn und verwies auf steigende Baugenehmigungen.

A.Fischer--MP